Sonntag, 14. Januar 2018

Weinjahrgang 2018 - ein Anfang ist gemacht


Spaziergang in die Wein-Berge. Tiefhängende Wolken, verkünden Regen. Es ist still und es scheint, als wäre keine Menschenseele außer mir und meinem Hund unterwegs.


Bald vernehme ich ein Zirren und Peng, Zirren und Peng ...
Die Rebenschneider sind bereits wieder am Werk.

 

Im Draht hängen lange Reben vom letzten Jahr.
Ich darf mir ein paar rausziehen und beginne einen Kranz zu winden.


Mancher Winzer hat bereits ganze Arbeit geleistet: die alten Reben sind geschnitten und wurden bereits aus dem Draht gezogen. Was übrigblieb wurde sogar schon in Form gebogen. Der neue Wein kann wieder heranwachsen. Der Anfang ist gemacht!

Balu und ich spazieren weiter, bis wir die Spitze des Berges erreichen.

Dort oben befestigen Trockenmauern den Hang.


Auf den Steinen haben sich im Laufe von ein paar Jahren kleine Welten angesiedelt. Im Sommer trocknen sie aus, aber jetzt im Winter erwachen sie wieder zum Leben:
Miniaturlandschaften aus Moos.




Es wird dunkler und es beginnt zu tröpfeln - es wird Zeit, dass wir uns auf den Heimweg machen.


Am Abend sitze ich vor meinem fertigen Kranz und frage mich:
wie schmeckt eigentlich der Wein aus dem Jahr 2017, der an den Reben meines Kranzes herangewachsen ist? Ich werde es demnächst wohl mal ausprobieren müssen.



Liebe Schwester, wollen wir das nicht zusammen machen?  😋

Samstag, 30. Dezember 2017

Dahlien - viel mehr als nur schöne Blumen



Ich liebe rote und dunkelrote Dahlien! Sie stehen bei mir nicht im Staudenbeet sondern im Kräutergarten.


Dort wo im Sommer die Farben Grün, Grau und Lavendelblau dominieren, setzen sie bis weit in den Oktober hinein rote Akzente. 

In meinem Garten bekommt jedes Kräuterbeet "seine" eigene Dahlie. Und das aus gutem Grund!



In früheren Beiträgen habe ich schon öfters erwähnt, dass man Dahlien hervorragend in der Küche verwenden kann. Mal landen die Blütenblätter im Salat, mal bringen sie Farbe aufs Butterbrot.

Apropos Farbe: die roten Dahlien enthalten den Farbstoff Anthocyane, der in vielen Pflanzen für die blau-rot-schwarze Farbe verantwortlich ist. So z.B. auch im Holunder, in der Aubergine, Heidelbeere, Kirsche, Rotkraut, Rote Bete und sogar im Rotwein. Anthocyanen sagt man nach, dass sie präventiv vor Krebs schützen.

Na wenn das mal keine gute Nachricht ist!!!

So habe ich an einem schönen sonnigen Tag Ende Oktober die schönsten Dahlienblüten geerntet, gezupft und sie an einem warmen Ort oder im Automat getrocknet.




Die rascheltrockenen Blüten habe ich in Einmachgläser gefüllt und sie in den Gewürzschrank gestellt.



Jetzt im Winter habe ich wieder Zeit mein geliebtes Gewürz herzustellen, dem ich den schönen Namen gab:

"Oh my Dahling" 

Für eine Potion Gewürz brauche ich:

1 TL rote Pfefferbeeren, Chili nach Geschmack, 3 EL getrocknete rote Dahlienblüten und 1 EL grobes Meeressalz
- und wenn vorhanden noch 1 ELgetrocknete Rote Bete Körnchen
- und wenn es ganz fein werden soll ersetze ich das "normale" Meersalz mit 1 EL Fleur de Sel
- und wenn ich mich übertreffen will, gebe ich noch 1 EL duftende, getrockneten Rosenblätter dazu.

Alles wird im Mixer fein gemahlen, aber nur so fein, dass man noch erkennen kann, dass es sich um Blütenblätter handelt. Deshalb gebe ich die Petalen auch erst ganz zum Schluss in den Mixer..



Mit dem Gewürz verfeinere ich Butter und Frischkäse, streue es über Kartoffel- und Selleriesuppe, über Kartoffelpüree, Kartoffelsalat, Nudeln, Fisch - einfach über alles, was noch ein bisschen Würze oder Farbe braucht. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass das Gewürz seine Farbe an die Speise weitergibt und helle Speisen in zartes Rosa taucht, selbst wenn die Rote Bete fehlen.




In diesem Sinne wünsche ich allen,
die hier schon seit Jahren mitlesen oder gerade zufällig hier vorbeigekommen sind,
ein gesundes und glückliches Jahr 2018.

Anne Rahn - alias majoRahn

Wer nochmal in den anderen Dahlienbeiträge  schmökern möchte wird hier fündig:

Meine Dahlinge
Mexikanerinnern in Rheinhessen



Freitag, 8. Dezember 2017

Kranz auf Kranz - Dritter und Vierter


Heute morgen, als ich mit dem Hund unterwegs war, sah ich dass am Feldrand Hecken und Bäume geschnitten waren. Darunter auch Äste von jungen Eichen. An den Zweigen hingen noch die Blätter.
Und da ich selten ohne Schere spazieren gehen, habe ich mir einige Äste abgeschnitten und sie mitnachhause genommen. Mit Hilfe eines Drahtreifens und einer Drahtrolle, habe ich mir daraus einen Kranz gebunden. Immer schön ein Ästchen nach außen und eins nach innen, wickel, wickel. Die unteren Blätter wurden zwar eingequetscht, aber dadurch gaben sie dem Gebilde etwas Dicke.


Im Nu ist ein fast goldener Kranz entstanden.



Dreimal dürft ihr raten, was ich mit diesem gemacht habe:
es ist der dritte im Bunde meines Kranz-Turmes. Er landete ganz unten,
weil er da am besten wirkte.


Und der Vierte? Der entstand aus den Eibenreste unseres Adventskranzes und den letzten Hortensienblüten für dieses Jahr. Er durfte ganz nach oben, damit die Hortensienblüten nicht eingequetscht werden.


Noch eine Drahtlichterkette drum, ein Weckglas mit Kerze rein - fertig!

Ach ja, liebe Steffi vom fatto-incasa.blogspot, vielleicht vermisst du das Rad unter den Kränzen. Es ist noch da! Aber es gehört zu einem anderen Kranzturm. Dessen Fertigstellung zeige ich auch noch. Und nein, ich habe die Kränze nicht festgebunden und hoffe, dass der Wind gnädig mit uns ist 😌.

Ich wünsche allen ein schönes zweites Adventswochenende.

Samstag, 2. Dezember 2017

Kranz auf Kranz - Der Zweite

Erster Advent!
Es gibt viel zu tun im Hause majoRahn.
Deshalb heute einen Kranz aus dem Garten.
Es ist ein Efeukranz. Ein ganz einfacher, auf einen Eisenring gebunden. 

Der Efeu trägt in diesem Jahr außergewöhnlich viel Fruchansatz.
Allerdings wollen sie nicht richtig ausreifen.
Ob das noch was wird mit den dicken schwarzen Efeubeeren?



Der Reif heute Nacht hat den Kranz verzuckert. Das wirkt nochmal so schön!


Die Kränze liegen auf einem alten Wagenrad



Mal sehen, welcher als nächster folgt.
Einen schönen ersten Advent wünscht Anne majoRahn

Freitag, 1. Dezember 2017

Kranz auf Kranz - der Erste

Im Herbst und im Winter ist Zeit zum Kränzebinden - ich liiiiebe es!
Das Material dazu finde ich im Garten und in der freien Natur - vor allem,wenn ich mit unserem Hund Balu Gassi gehe.


Diese Fülle an Material am Gehölzerand fasziniert mich und ich kann gar nicht genug davon kriegen. Heute habe ich im Gestrüpp Windenknöterich (Fallopia convolvulus) gefunden.

Windenknöterich, siehe Wikipedia




"Windenknöterich? Nein danke!" Das Ackerunkraut ist im Garten nicht gerne gesehen. Es bíldet viele Samen, die sich leicht ausbreiten. Aber die goldbraunen Triebe sind wie geschaffen für einen schnellen Kranz! Die Pflanze ist einjährig und die langen, ca. 1.50m langen Triebe lassen sich einfach herausziehen und man kann sie bereits vor Ort zu einem Kranz winden. Ich streife die Triebe ab und achte darauf, dass alle Samenkörner abfallen!

Und eins, zwei, drei ist das Rohgerüst fertig. 

"Balu, hierher!
Stell dich nicht so an, dauert doch nur 2 Sekunden!"





"Guter Hund! Feeeeein gemacht!"

Statt Windenknöterich könnte man auch Mühlenbeckia nehmen, oder Klebklettenkraut. Ich habe das hier schonmal gemacht und der Post ist übrigens einer meiner meist gelesenenen!

Aber der Windenknöterich hat einfach diese schöne Farbe!



Der Kranz ist noch nicht fertig. Er ist Teil eines Stapelkranzes. Das Material dazu, habe ich bereits entdeckt und in Kürze (morgen oder übermorgen) mache ich Teil 2 und zeige ihn hier.

Bis dahin noch eine schöne Voradventszeit.

Montag, 20. November 2017

Würzöle - Tipps & Kniffe bei der Zubereitung

Feines muss nicht immer aufwendig in der Herstellung sein
Würzöle sind z.B. im Handumdrehen gemacht.
Meine Lieblingsöle sind Zitronen- oder Chiliöl.

Und das braucht man für beide Öle:
2 x 250ml hochwertiges, natives Olivenöl, das nicht bitter schmecken darf
(oder ein anderes Öl nach Belieben)
2 Biozitronen
ein paar Chilischoten, je nachdem wie scharf das Ganze werden soll
1 EL Paprikapulver (das gibt eine schöne Farbe)



Zuerst werden die Gläser, die bestenfalls eine weite Öffnung haben (z.B. Weckgläser) und ebenso die Zitronen gespült. Die kommen vor den Gläsern ins Spülwasser, so werden sie richtig sauber. Danach werden Gläser und Zitronen mit heißem Wasser abgespült, damit keine Spülmittelreste mehr anhaften.


Die Zitronen werden mit einem sparschäler hauchdünn geschält. Die Schalen kommen ins Glas, den Rest verwerte ich anderweitig. Mit dem einem Teil des Öles aufgießen, also mit 250ml.



Chili und Paprika kommen in das andere Glas, Öl aufgießen - fertig.



Halt noch nicht ganz ...
Beide Öle stelle ich für 1 Woche an einen hellen warmen Ort und lasse sie ziehen.


Dann werden sie gefiltert.


Am liebsten nehme ich dafür saubere Küchentücher, solche wie die, die auf dem Foto zu sehen sind. Mit ihnen kann man sehr fein filtern und es geht blitzschnell. Denn wer kennt das nicht: bei Kaffeefiltern dauert das ... und dauert ...

Vorbereitung der Filtertücher:
Vor dem 1. Gebrauch kommen die Tücher in die Waschmaschine. Dann werden sie nochmal in heißem Wasser und von Hand ausgespült (das kann man vor einem Geschirrspülvorgang erledigen, wenn noch kein Spülmittel im Wasser ist). Das ist wichtig, damit das Tuch frei von Waschmitteln oder Seifengeruch ist. Anschließend zum Trocknen aufhängen. Nach jedem Gebrauch kommen sie wieder mit in die Waschmaschine (60° oder 90°Wäsche), denn man kann sie so lange nutzen, bis sie irgendwann mal reißen.

Mit  dem Öl kann man Salate würzen, Feta, Gemüse, Brotaufstriche oder es einfach mit einem Stück Weißbrot auftunken. Lecker!

Übrigens: Zitronen- und Chiliöle, in Flaschen gefüllt und mit hübschen Etiketten versehen, sind wunderbare und gern gesehene Mitbringsel für liebe Leute. Richtig was her machen sie, wenn noch ein leckeres Rezept an der Flasche hängt.


zum Beispielein Rezept mit
Lachstatar mit Zitronenöl:
200g Lachs, sehr fein gehackt
1TL Honigsenf
1 EL 10%iger Joghurt
1 EL Zitronenöl
wenn vorhanden: etwas feingehackter Dill




Weinjahrgang 2018 - ein Anfang ist gemacht

Spaziergang in die Wein-Berge. Tiefhängende Wolken, verkünden Regen. Es ist still und es scheint, als wäre keine Menschenseele außer ...