Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rheinhessen trifft Spanien

Gestern war es draußen so mild - dass ich beschloss, im Garten schon mit dem Stauden-Rückschnitt anzufangen. Pfingstrosenblätter z.B. oder Stauden, die bald schon frühe Blüher verdecken könnten. 
Bei der Arbeit wanderten meine Gedanken zu einem Kochbuch, das ich mir kürzlich angesehen habe. Das Buch wurde von pfiffigen Winzerinnen aus Rheinhessen geschrieben und handelt von kleinen Häppchen, die man zum Wein reichen kann. Vielleicht wäre das Buch im Wust der Neuerscheinungen untergegangen, wenn es nicht diesen ausgefallenen Titel hätte über den man sofort stolpert:

"Rheinhessische Tapas"

Die erfinderischen Frauen haben rheinhessische Spezialitäten nach der Art von Tapas zubereitet. Da gibt es z.B. Spundekäs vom Ziegenfrischkäse im Wildkräuternest oder Gebratene Fleischwurst mit Rote-Bete-Salsa.

***

Inzwischen bin ich im Gemüsegarten angekommen. Der Feldsalat steht immer noch gut im Beet.



Da kommt mir eine Idee:
heute soll im Hause majorahn spanisches mit "rhoihessischem" vermischt werden.

Zuerst erntete ich eine Schüssel Feldsalat - aber nur soviel, dass noch genug für Weihnachten übrig blieb.
Und ein Salbeizweig kam auch noch mit ins Haus.



Kennt ihr den hübschen Lavendelsalbei oder auch Spanischer Salbei (Salvia lavandulifolia)? Dieser Salbei wird nicht deshalb so genannt, weil er nach Lavendel duftet oder schmeckt. Er heißt so weil die Blätter sehr klein und schmal ausfallen - fast schon so wie (zugegeben recht dicke) Lavendelblätter.



Gestern Abend stand also auf dem Speiseplan:


Fellsalaad mit Quetsche im Speckmondel - fer 4 Leid
(zu deutsch: Feldsalat mit Pflaumen im Speckmantel für 4 Personen) 

12 getrocknete Pflaumen ein paar Stunden in Rotwein einlegen
12 Scheiben hauchdünner durchwachsener Speck
12 winzig kleine Blättchen Lavendelsalbei oder ein fingerbreiter Streifen "normaler" Salbei

Nach der Einlegezeit die Pflaumen aus dem Wein nehmen, mit einem Blatt Salbei belegen und in eine Speckscheibe wickeln.


Lecker schmeckt das auch mit einer Scheibe Entenbrustaufschnitt, im Bild unten oben links.



Kurz anbraten und zum angemachten Feldsalat reichen. Das ganze noch mit ein paar Spritzern Balsamico-Creme verfeinern.



Köstlich!

(An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meine heimliche Mitleserin Doris, die mich beim ersten gemeinsamen Frühstück inspirierte).

Vom kompletten Abendessen gibt es leider kein Bild, denn vor lauter Vorfreude auf meine "rhoihessisch-spanische Hochzeit" habe ich den Fotoapparat auf der Küchenfensterbank liegen lassen.

Übrigens:
Tapas heißt übersetzt: Deckel.
Einst hatte man in Spanien das Weinglas mit einer Scheibe Brot abgedeckt. So wurde verhindert, dass Fliegen in dem kostbaren Nass badeten. Mit Oliven und Sardellen wurde das Ganze beschwert, damit keine Meeresbrise das Stillleben gefährden konnte. Später wurde man immer erfinderischer und aus dem "Deckel" wurde das Häppchen zum Wein oder eine leckere Vorspeise, bei der die Sonne direkt durch den Magen geht.

Kommentare:

Sibylle hat gesagt…

köstlich! ich habe leider keinen speck im hause, aber den besorge ich noch. LG Sibylle

Ute hat gesagt…

Das sieht lecker aus - hat bestimmt super geschmeckt.
LG von Ute

Akaleia hat gesagt…

Na, das sieht sehr lecker aus.....!
zumal die in Rotwein eingelegten und anschließend gegrillten Pflaumen immmer ein Gedicht sind... :)
Birgit

Chalisas Klostergärtchen hat gesagt…

Ui, jetzt läuft mir aber das Wasser im Mund zusammen ... Pflaumen im Speckmantel liebe ich! Deine Variante mit Entenbrust hört sich gut an und diese kann ich auch unserem Besuch vom anderen Ende der Welt servieren. Ein Teil meines Salvia lavandulifolia hat zum Glück den letzten harten Winter im Topf gut überstanden und wächst seit geraumer Zeit in neuer Erde.

Liebe Grüße
Petra Michaela

Klaus hat gesagt…

..mmhhh sieht das lecker aus !!!

Renate Waas hat gesagt…

ohhh das sieht aber lecker aus!
Dann noch ein Glaserl Wein ...
Danke für Deinen lieben Kommentar und die Weihnachtsgeschenketipps *freu* - Grillen ist super, da werde beim nächsten Geburtstag auf Deine Ideen zurückgreifen!
Schöne Adventstage und Frohe Weihnachten wünscht Dir Renate

guild-rez hat gesagt…

Um den Feldsalat beneide ich Dich. ich habe keinen im Garten, er ist hier nicht sehr bekannt und Samen gibt es nur selten zu kaufen. Da bei uns auch Füchse und Waschbären, neben anderen Kreaturen, im Garten ein- und ausgehen, habe ich Angst vor Gemüse direkt im Beet zu pflanzen. Ich denke über Hochbeete nach, die mit einem Grünhausaufbau, vieelicht mein Dilemma lösen. Der Feldsalat wird hier unter dem Namen 'corn salad'verkauft.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein unvergessliches, leckeres, verschneites, ruhiges, geschenkereiches, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest.
Liebe Grüße aus Kanada,
Gisela

Meriseimorion hat gesagt…

Hm, das sieht aber sehr lecker aus, da läuft einem ja wirklich das Wasser im Munde zusammen.
Ich wollte dir einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2013 wünschen und viel Freude und Spaß im kommenden Gartenjahr.
Liebe Grüße
Kerstin

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